Enkaustik und Kaltwachs

Unterschiede

Eine Mischung von Bienenwachs und Dammarharz liegt beiden Techniken zugrunde. Dennoch, in der Anwendung könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Das führt dazu, dass die Kaltwachstechnik manchmal auch als Enkaustik bezeichnet wird. Das ist nicht ganz richtig.

Wachs wird in den verschiedensten Spielarten und Kombinationen in Mixed Media Techniken verwendet. Davon unterscheiden sich die reinen Wachsmaltechniken der Enkaustik und des Kaltwachses, bei denen ein eigentliches Wachsbild hergestellt wird.

Enkaustik bedeuted Wärme

Der Begriff Enkaustik leitet sich aus dem griechischen Wort „Enkausis“ ab, was soviel wie „einbrennen“ bedeutet. Das Enkaustikmedium erstarrt bei Raumtemperatur. Es muss für die Verarbeitung geschmolzen werden, um dann flüssig aufgetragen werden zu können. Die einzelnen, übereinandergelegten, Wachsschichten werden alsdann mit einem Bunsenbrenner oder Heissluftfön erwärmt, und die Wachsschichten so stabil miteinander verbunden.

In der Kaltwachstechnik hingegen wird der Wachs im Malprozess nicht erwärmt. Der Wachsmischung von Bienenwachs und Dammarharz werden zusätzlich Lösungsmitteln beigefügt, um die Farbe pastos zu halten. Es handelt sich dabei eigentlich um ein Ölmalmittel. Das Medium kann bei Raumtemperatur verarbeitet werden. Der einzelen Kaltwachsschichten verbinden sich durch einen chemischen Prozess: sie oxidieren.

Von einer Erwärmung der Kaltwachsmischung ist dringend abzuraten. Die dadurch entstehende Verdampfung der Lösungsmittel ist gesundheitsbedenklich.

Dammarharz ist ein entscheidender Bestandteil

Kaltwachs und Enkaustik bestehen demnach beide aus Bienenwachs und Dammarharz. Enkaustik im klassischen Sinne ist es jedoch nur, wenn im Malprozess Wärme im Spiel ist.

Keine Enkaustik in diesem Sinne ist die vorallem in Europa verbreitete Verarbeitung von reinem, gefärbten Bienenwachs, dem kein Dammarharz zugesetzt wurde. Der Schmelzpunkt dieser Farben liegt bedeutend tiefer und die Farbe wird in der Regel mit einem Bügeleisen bearbeitet.