Kleines Wachs 1×1

Vom Bienen- zum Industriewachs

Bienenwachspastillen

Bienenwachs

100 % Natur

Bienenwachs ist ein edler Naturstoff, indem eine Unmenge von Bienenarbeit drinsteckt. Um 1 kg Bienenwachs herzustellen, braucht es geschätzt 150’000 Bienen. Sie haben dafür rund 500’000 km zurück gelegt und 4 – 10 kg Honig verzehrt.

Umgerechnet auf einen meiner Enkaustikwürfel mit 10 cm Kantenlänge sind demnach geschätzt 7’500 Bienen 375’000 Mal (!) ausgeflogen, und haben dabei rund 25’000 km zurückgelegt. Ziemlich unglaublich.

Bienenwachs ist ursprünglich nicht wie vielfach angenommen gelblich, sondern weiss. Die weissen Wachsplättchen werden von den Honigbienen aus Wachsdrüsen ausgeschwitzt. Die gelbe Färbung entsteht erst durch die Aufnahme eines Inhaltsstoffs des Pollenöls, das den Naturfarbstoff Carotin enthält.

Für den Handel wird das Bienenwachs dann gereinigt, und ist naturbelassen (gelblich) oder weiß gebleicht erhältlich. Für die Enkaustik verwende ich vorwiegend gebleichten Bienenwachs.

Der Schmelzpunkt liegt zwischen 62 und 65°C.

Carnaubawachspastillen

Carnaubawachs

Das härteste, natürliche Wachs

Carnaubawachs wird von der in Brasilien wachsenden Carnaubapalme gewonnen und ist der härteste aller natürlichen Wachse.

Die Palme bedeckt ihre Blätter beidseitig mit einer pulverförmigen Wachsschicht, um den Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren.  Eine ausgewachsene Palme hat rund 35 Blätter, wobei ein Blatt nicht mehr als 5 Gramm Wachs produziert.

Der Schmelzpunkt ist mit 80° – 87°C sehr hoch. Mischt man ihn dem Bienenwachs bei, lässt sich dadurch ein härteres, hitzebeständigeres Enkaustik Medium herstellen, das jedoch auch ein höheres Risiko hat zu brechen. Vor allem an den Ecken und Kanten von Enkautikwerken.

Cosmolid H80

Mikrokristalline Wachse

Die Erdöl Variante

Mikrokristalline Wachse, wie zum Beispiel der Cosmolid H80, werden im Gegensatz zu Bienenwachs aus Erdöl gewonnen. Im Vergleich zu Bienenwachs sind diese Wachse deutlich flexibler, und haben daher den Vorteil, dass sie später brechen. Diese Eigenschaften werden insbesondere relevant, wenn der Wachs auf Leinwänden eingesetzt werden soll.

Sie sind zudem günstiger als Bienenwachs – Cosmolid H80 rund 20% günstiger als Bienenwachs –  je nach Erdölanteil riechen sie jedoch penetrant.

Der grösste Nachteil der mikrokristallinen Wachse ist allerdings die schlechte Langzeitstabilität. Sie sind nur beschränkt UV-beständig, was bei längerer Einwirkung zur Oberflächenoxidation führen kann. Es kann dabei, insbesondere bei hellen und weissen Flächen, zum Nachdunkeln und Verfärben der ursprünglichen Farben kommen.

Der Schmelzpunkt dieser Wachsarten liegt je nach Zusammensetzung zwischen 60°C und 90°C. Derjenige von Cosmolid H80 liegt zwischen 75°C und 81°C.

Makrokristalline Wachse

Paraffin

Paraffin wird ebenfalls aus Erdöl gewonnen. Die makrokristalline Struktur und damit verbundene, geringere Molekülmasse, lässt den Schmelzpunkt auf 54° – 58°C sinken, und liegt damit tiefer als derjenige von mikrokristallinen Wachsen.

Er ist die günstigste Wachsvariante, sehr transluzent, aber auch äusserst brüchig und daher keine gute Wahl für die Enkaustik.

Nicht selten führt die Verwendung von Paraffin zu Rissen und zum Abblättern des Wachses. Er sollte daher höchstens auf kleinen Malgründen verwendet werden.

Da er so kostengünstig ist – rund € 8/kg bei Kremer – ist er ein idealer Pinselreiniger. Ich bevorzuge Paraffin gegenüber dem oft verwendeten Sojawachs aufgrund des Geruchs.

Sojawachs

Aus erneuerbaren Rohstoffen

Sojawachs wird im Gegensatz zu Paraffin nicht aus Erdöl, sondern aus Sojabohnen gewonnen. Er gilt als umweltfreundliche, biologisch abbaubare und nicht-toxische Alternative zu Paraffin.

Der Schmelzpunkt liegt mit 50°C sehr tief, weshalb er sich nur sehr begrenzt für die Herstellung von Enkaustikmedium eignet.

Sojawachs wird u.a. auch in der Kosmetik zur Herstellung von Seifen verwendet. Im Atelier kann man ihn für die Reinigung von Pinseln einsetzen, sofern man sich mit dem doch sehr eigenen Geruch anfreunden kann.

Bösner hat den R&F Sojawachs für € 9.25 pro 450 Gramm im Sortiment.

Dammarharzkristalle

Dammarharz

Das Licht

Dammarkristalle sind ein Harz, die als zweite Komponente zur Herstellung des Enkaustik Mediums benötigt werden. Sie verbessern die Härte des Enkaustikmediums, und dadurch die Beständigkeit und Haltbarkeit der Arbeiten.

Dammarharz ist das Harz von malaiisch-indischen Laubbäumen, die vorwiegend auf den Sundainseln wachsen. Der Name stammt aus dem Malaiischen und bedeutet soviel wie „Träne“ oder auch „Licht“.  Je nach Baumsorte variieren die Farben des Harzes von klar-hell, über gelblich bis schwarz-grau.

Zur Dammargewinnung werden die Bäume mit tiefen Einschnitten versehen, in denen sich das Harz sammeln kann. Die in den Handel kommenden Stücke sind etwa 3 cm im Durchmesser, obwohl auch grössere Harzstücke darunter sein können. Damar in birnen- oder keulenförmiger Form sind auf natürliche Weise von den Bäumen „ausgeschwitzt“ worden und stammen nicht von angeschnittenen Bäumen.

Dammharz wird dem Enkaustik Medium beigefügt, um den Schmelzpunkt des Mediums zu erhöhen (der Schmelzpunkt von Dammar liegt bei 107°C). Es ermöglicht zudem eine verbesserte Aushärtung des Wachses, die eine glänzende Oberfläche entstehen lässt, die sich immer wieder auf’s Neue gut polieren lässt.